Keine Versöhnung mit Deutschland! – Gegen Gedenken und Naziaufmarsch am 13. Februar 2010 in Dresden
Tag-Archiv für 'antifa-demo'
Als Reaktion auf die NPD-Kundgebung am 9. November auf dem Borbecker Germaniaplatz hat sich die Ratsfraktion der Linkspartei am 13.11. mit einem offenen Brief an die Essener Polizeipräsidentin gewandt. Darin heißt es:
Die Symbolik brennender Fackeln am Jahrestag der Pogromnacht stellt eine unverhohlen positive Bezugnahme der Neonazis auf die Ereignisse vor 71 Jahren dar. Deshalb fragen wir Sie:
Warum wurde die Kundgebung der Neonazis unter diesen Umständen genehmigt? Warum wurden, anders als noch am 9. November 2004, keine Versuche unternommen, die Versammlung der Neonazis zu verbieten? Warum wurde die Öffentlichkeit nicht schon im Vorfeld über die geplante Versammlung in Kenntnis gesetzt?
Das komplette Schreiben findet Ihr hier.
Presseberichte zur Gedenkkundgebung
Gegen das Vergessen – Borbecker Kurier vom 11.11.
Der falsche Weg – Borbecker Kurier vom 11.11.
Großaufgebot der Polizei – Borbecker Nachrichten vom 12.11.
Pressemitteilung:
Erfolgreiche Gedenkkundgebung in Borbeck – NPD verhöhnt Opfer der Pogromnacht
Sehr geehrte Damen und Herren,
anlässlich des 71. Jahrestages der Reichspogromnacht fand heute um 18.30 Uhr eine Kundgebung der Antifa Essen Z auf dem Borbecker Platz statt. Es beteiligten sich rund 70 Personen. Durch Flugblätter und Redebeiträge wurden die Kundgebungsteilnehmer und Passanten über die Ereignisse und Folgen der Pogromnacht in Borbeck, die rechte Szene im Stadtteil und kritikwürdige Aspekte bundesdeutscher Gedenkkultur informiert. Verärgert zeigten sich viele Demonstranten über den Versuch der anwesenden Polizeikräfte, sämtliche Teilnehmer ohne ersichtlichen Anlass zu fotografieren und zu filmen. Zu Festnahmen oder anderen Zwischenfällen kam es nicht.
Zeitgleich mit der antifaschistischen Gedenkveranstaltung hielten rund 20 Neonazis, mit NPD-Fahnen und brennenden Fackeln ausgestattet, eine Kundgebung auf dem Borbecker Germaniaplatz ab. (mehr…)
Alle Redebeiträge der Antifa Essen Z zur Gedenkkundgebung anlässlich des 71. Jahrestags der Reichspogromnacht am 9.11.2009 in Essen-Borbeck. Den Aufruf zur Kundgebung findet Ihr hier.
Die Pogromnacht in Essen-Borbeck
Rechte und rassistische Strukturen und Aktivitäten im Stadtteil
Kritik der bundesdeutschen Gedenkkultur
Bezüglich des Verlaufs der Antifa-Actiondays am 4. und 5.9.2009 lässt sich ein positives Fazit ziehen:
Die Vorabenddemo wurde von etwa 800 AntifaschstInnen besucht und stellte einen guten Auftakt für Samstag dar. An der vom S5-Bündnis initiierten Samstags-Demonstration nahmen nach polizeilichen Schätzungen rund 2000 DemonstrantInnen teil. Am gesamten Tag kam es immer wieder zu massiven Provokationen seitens der Polizei, die an diesem Tag äußerst aggressiv auftrat und über 200 linke DemonstrantInnen vorübergehend festnahm.
Rund 500 Personen haben heute in der Essener Innenstadt gegen das rechte Bekleidungsgeschäft „Oseberg“ demonstriert. Durch die Verlagerung der Demonstrationsroute an den Rand der Innenstadt und das Verbot von Seitentransparenten verhinderte die Polizei von Beginn an jede öffentliche Wahrnehmbarkeit. Während der Demonstration versuchten mehrere TeilnehmerInnen, einer Gruppe israelsolidarischer AntifaschistInnen eine Fahne zu entreißen. Aus diesen Gründen verließ ein Großteil der organisierten Gruppen noch vor Abschluss der Veranstaltung die Demonstration oder wurde von der Polizei ausgeschlossen.
Nach Polizeiangaben kam es zu fünf Strafanzeigen und einer Ingewahrsamnahme gegen DemonstrationsteilnehmerInnen. Die Aufnahme einer Anzeige gegen zwei Personen, die nach Aussage mehrerer Zeugen gegenüber den DemonstrantInnen einen Hitlergruß gezeigt hatten, wurde von der Polizei hingegen verweigert.
Zur Richtigstellung anderslautender Behauptungen aus mehreren Zeitungsartikeln: Veranstalter der Demonstration war nicht die Antifa Essen Z, sondern das Bündnis gegen Oseberg.
Aufruf der Antifa Essen Z zur Demonstration gegen das Neonazi-Geschäft „Oseberg“ am 6.6.2009
Am 3. April diesen Jahres eröffnete der Laden „Oseberg“ auf der Viehofer Straße in der Essener Innenstadt. „Oseberg“ vertreibt Kleidung der Marke „Thor Steinar“, die von Rechten für Rechte produziert wird. Besitzer des Ladens ist die brandenburgische „MediaTex GmbH“, die etliche Filialen betreibt und mit „Oseberg“ jetzt versucht, in Nordrhein-Westfalen Fuß zu fassen.
Am 6. Juni 2009 veranstaltet das Bündnis gegen Oseberg, in dem auch die Antifa Essen Z organisiert ist, eine Demonstration gegen den im April eröffneten Nazi-Laden. Das Bekleidungsgeschäft „Oseberg“ verkauft ausschließlich Artikel der Neonazi-Marke „Thor Steinar“. „Thor Steinar“ wird von Rechten für Rechte produziert und fast ausschließlich von Neonazis getragen. Die Existenz eines solchen Ladens bedeutet somit eine Stärkung rechter Subkultur und Infrastruktur in Essen. Für uns Grund genug am 6. Juni auf die Straße zu gehen.
Am 18.04. fand in Essen eine zweite Demonstration gegen den Nazi-Laden „Oseberg“ statt. Die Pressemitteilung des Bündnisses gegen Oseberg findet Ihr hier. Gegen Ende der Veranstaltung kam es zu mehreren Festnahmen. Betroffene können sich bei uns melden oder bei der Antirepressionskneipe im AZ Mülheim vorbei kommen (nächster Termin: 28.04.). Hier bekommt Ihr kostenlose Rechtsberatung und werdet im Ernstfall an kompetente AnwältInnen weiter vermittelt.


